22-08-2023

Ausgezeichnet! SOS-Kinderdorf zum Bauwerk des Jahres 2023 gewählt.

Der AIV-Architekten und Ingenieurverein Düsseldorf kürt jedes Jahr ein besonders spannendes Bauprojekt zum "Bauwerk des Jahres". Der Preis würdigt die qualitätvolle Architektur, aber vor allem auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Architekten und beteiligten Fachingenieuren. Hier sind neben dem Bauherrn SOS-Kinderdorf e.V. vor allem NOVIA Baumanagement (Bauleitung), Ingenieurbüro Vens (TGA), HIG Hempel Ingenieure (TWP), ISRW Klapdor (Bauphysik), BPK Fire Safety Consultants (Brandschutz) und RMP Stephan Lenzen (Freianlagen) zu nennen.

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Zunächst können die AIV Mitglieder auszeichnungswürdige aktuelle Projekte nominieren. In diesem Jahr standen sieben spannende Bauten zur Wahl. Besonders wichtig ist dabei, dass es AIV-Mitglieder sind, die nicht nur letztendlich demokratisch über das beste Projekt entscheiden, sondern auch die entsprechenden Nominierungen einreichen. 275 Mitglieder haben anschließend abgestimmt und das SOS-Kinderdorf ausgezeichnet. Auf den folgenden Plätzen lagen aktuelle Düsseldorfer Projekte wie die Plange Mühle Silos (ingenhoven architects), das Eclipse (HPP und UN Studio) und das Vertikum (caspar.).

Der AIV betont, wie wichtig es sei, dass sich nicht nur die „großen“ Büros mit ihren ohnehin schon sehr sichtbaren Projekten beteiligen, sondern auch „kleine, aber feine“ Bauwerke eine Chance auf die begehrte Plakette und die entsprechende Öffentlichkeit bekommen.

Am 18. September findet mit einer festlichen Zeremonie die offizielle Preisverleihung am SOS-Kinderdorf in Garath statt.

Das SOS-Kinderdorf ist nicht nur Wohnort für die SOS-Familien, sondern öffnet sich dem gesamten Quartier: Eine öffentliche Kita, das Stadtteil-Café im Mehrgenerationenhaus mit kulturellem und Bildungsangeboten und das Pädagogische Zentrum sind für alle Düsseldorfer offen, ebenso der große Spielplatz. Der Platz mit der Eiche und der radialen Sitzbank ist öffentlicher Raum und lädt zum Verweilen und zur Kommunikation ein. Während das Kinderdorf sich nach Norden hin zur Stadt orientiert, scheint es nach Süden mitten im Wald zu stehen. Die Kita und die öffentlichen Funktionen liegen eingebettet in den Schlosspark mit der baumbestandenen Schlossallee und einem großen öffentlichen Spielplatz.

Die Fassade des neuen Kinderdorfzentrums besteht aus naturbelassenen, vertikalen Holzlamellen und wickelt sich als verbindendes Element wie ein Kleid um die Baukörper. Mit ihren abgerundeten Ecken leitet sie die Besucher auf den Platz und lädt sie zum Betreten der Gebäude ein.

Die öffentlichen Flächen bestechen durch eine hohe Transparenz und große, bodentiefe Fensterflächen. Hier gibt es keine Hindernisse, weder physisch noch visuell. Ein starker Fokus lag auf der Teilhabe – in der offenen Beziehung von innen nach außen. Bei der Planung wurde viel Wert auf Gemeinschaftsflächen und offene Bereiche gelegt, während die Büroflächen relativ klein gehalten wurden. Der Fokus liegt hier ganz klar beim Bauen für die Gemeinschaft.

Das SOS-Kinderdorf, das bereits mit dem polis Award (Bronze) in der Kategorie "Soziale Quartiersentwicklung" ausgezeichnet und für den DAM-Preis für Architektur in Deutschland 2024 nominiert wurde, sticht mit seiner auffallenden und nachhaltigen Holzfassade positiv aus dem sozial eher benachteiligten Stadtteil heraus: Ein soziales und städtebaulich, architektonisches Highlight.

Fotos: Nils Koenning